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Kulturinitiative Phoenix Pompeij

Dächer für Pompeji – Geschichte bewahren!

Porta Nocera mit den Gräbern 2EN und 4 EN im Vordergrund

Über uns

Warum gerade Pompeji

Die wohlhabende Römerstadt Pompeji war 62 n. Chr. durch ein Erdbeben größtenteils zerstört und noch vor beendetem Wiederaufbau im Jahre 79 n. Chr. durch den berühmt gewordenen Ausbruch des Vesuvs verschüttet worden. Das gleiche Schicksal erfuhr auch ihre Nachbarstadt Herculaneum.

Unter meterhohen Lava- und Ascheschichten hat sich hier eine einmalige  Momentaufnahme antiken römischen Lebens erhalten. Von der UNESCO wurden deshalb 1997 Pompeji, Herculaneum sowie die Villa von Oplontis in Torre Annunaziata zum Weltkulturerbe ernannt.

Heute bieten die freigelegten Teile Pompejis jährlich ca. 2,5 Millionen Besuchern einen faszinierenden Rückblick in die Antike und unerschöpfliches Forschungsmaterial für Archäologen, Altphilologen, Historiker, Architektur- und Naturwissenschaftler.

Doch die bisher ausgegrabenen Stätten sind bedroht. Schädliche Umwelt- und Witterungseinflüsse, der kulturell begrüßenswerte, finanziell notwendige, konservatorisch jedoch katastrophale Massentourismus sowie die frühere Vernachlässigung der Stätten durch die italienische Kulturbürokratie haben dazu geführt, dass die Stadt immer mehr verfällt. Weite Teile der noch vor Ort befindlichen Wandmalereien sind bis zur Unkenntlichkeit verblasst, der Verputz und Stuck blättert allerorts von den Wänden, Mosaiken befinden sich in Auflösung und schlimmstenfalls stürzen Mauerzüge ein.

Verdienstvollerweise steuert nun die Altertumsverwaltung von Pompeji mit einer großangelegten Konservierungsinitiative, dem „Grande Progetto Pompei“, dieser Entwicklung erfolgreich entgegen. Aber die vom italienischen Staat und der EU bereitgestellten Gelder werden wohl nur dazu ausreichen die allgemeine Infrastruktur zu verbessern und besonders stark bedrohte Gebäude einer Restaurierung und Konservierung zu unterziehen.

Private Initiativen sind deshalb dringend gefragt!

Die Kulturinitiative Phoenix Pompeji
wurde von einem Kreis engagierter Archäologen und Kunsthistoriker 1999 auf Initiative der Archäologin Agnes Duckwitz, M.A. in München gegründet. Sie ist als gemeinnützig anerkannt. Ziel war und ist es, das Interesse an Pompeji in Deutschland zu wecken bzw. wachzuhalten sowie Gelder für den Erhalt Pompejis zusammenzutragen. Der Initiative gehören über 100 Pompeji-Begeisterte aus ganz Deutschland an. Etwa die Hälfte von diesen sind Fachleute aus den Bereichen Klassische Archäologie, Altphilologie, Alte Geschichte und Denkmalpflege.

Wir verstehen uns als aktiver Kulturverein, der unter anderem mit der Initiative „Dächer für Pompeji“ einen Beitrag zum Erhalt der Vesuvstätten leisten möchte.

Dem Vorstand stellt sich vor:

Agnes Druckwitz M.A., 1. Vorsitzende
Agnes Druckwitz M.A., 1. VorsitzendeKlassische Archäologin
Studium der Klassischen Archäologie, Byzantinistik und Alten Geschichte in München und Heidelberg. Seit der Schulzeit große Liebe zu Italien, besonders aber zu der Region rund um den Vesuv. Besonderes Interesse für Denkmalpflege. Erschüttert von dem stetigen Verfall der Vesuvstätten und ermutigt durch die Pressekampagne des damaligen italienischen Kultusministers Walter Veltroni (1997), in der für privates Investment für Pompeji geworben wurde: Deshalb Gründung des Vereins Phoenix Pompeji mit Gleichgesinnten.
Dr. Eduard Wätjen, 2. Vorsitzender
Dr. Eduard Wätjen, 2. VorsitzenderKunsthistoriker
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Kiel, Tours und München. Ist als einziger seines Jahrgangs durchs Kleine Latinum geflogen, aber unverdrossen an der Antike interessiert. Beschäftigt sich viel mit der Kunst des Klassizismus und verfolgt besonders die genauen Rezeptionsformen griechischer und römischer Architektur in der europäischen Baukunst. Gründungsmitglied des Vereins.
Dr. Thomas M. Golda, Schriftführer und Schatzmeister Klassischer Archäologe
Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte und Kunstgeschichte in Köln und München. Der Lateinunterricht weckte das Interesse am antiken Rom. Die Recherche für die Dissertation am Golf von Neapel sensibilisierte für die Probleme der dortigen Grabungen. Gründungsmitglied des Vereins.

1. Dr. Ernst Heinrich (Klassischer Archäologe)
2. Prof. Dr. Hans Kloft (Althistoriker)
3. Prof. Dr. Marion Meyer (Klassische Archäologin)
4. Prof. Dr. Michael Stahl (Althistoriker)

Spaß im Grab!

Spaß im Grab!

© Dr. Ralf Kilian, IBP

Projekte

Aktuelle Fördermaßnahme

Übernahme der Herstellungskosten für ein neu entwickeltes Schutzdach

Pompeji ist eine der bedeutendsten Ausgabungenstätten der Antiken Welt. Trotzdem hat man bei Freilegung versäumt, die ausgegrabenen Gebäude hinreichend zu schützen, so dass ca. 80% der in den Ausgrabungen belassenen Wandmalereien heute verloren sind. Ein ähnliches Schicksal erlitten die Stuckaturen.
Wie rasant der Verfall antiker Bauten in nur 60 Jahren fortschreitet, wenn sie nicht mit Schutzdächern versehen werden, zeigen diese Fotos:

Zustand der Grabbauten an der Porta Nocera nach Ausgrabung im Vergleich zu 2014

Der Verfall historischer Mauerwerke wird in erster Linie durch das Eindringen von Wasser verursacht, sowohl durch aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit als auch durch Niederschläge. Bauwerke müssen, um keine irreparablen Schäden davonzutragen durch Setzung von Schutzdächern vor dem Regen geschützt werden. Dieser Maßnahme muss absolute Priorität vor allen anderen konservatorischen Eingriffen eingeräumt werden.

Die Kulturinitiative Phoenix Pompeji hat sich deshalb entschlossen, aus angesammelten Mitgliedsbeiträgen und Spenden seiner Mitglieder die Herstellungskosten für einen Schutzdachprototyp bis zu einer Höhe von 20.000 Euro zu übernehmen. Das Schutzdach wurde von Dr. Roberta Fonti und Prof. Erwin Emmerling (Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaften der Technischen Universität München) neu entwickelt.

Die Anforderungen an ein dauerhaftes Schutzdach für Pompeji sind hoch: Folgende Kriterien mussten erfüllt werden:

•    vollkommene Reversibilität der Maßnahme
•    Einsatz von langlebigen Materialien unter der Berücksichtigung der örtlichen Bautechniken
•    erdbebensichere Konstruktion
•    sorgfältige Ausführungsplanung in puncto Besonderheiten der Baustelle.

Folglich wurde eine modulare Bauweise gewählt, die mit traditionellen Materialien wie Terrakotta und hochfestem, witterungsresistenten Werkstoffen wie Cortenstahl und Anticorodal umgesetzt wurde. Die einfache Handhabung bei Montage und Aufbau, sowie der Verzicht auf Fundamentierungsarbeiten durch eine Verankerung mit Bleiplatten erweisen sich als besonders geeignet für historische Stätten. Die Konstruktion zeichnet sich zudem durch geringe Wartungskosten und eine hohe Leistungsfähigkeit im Falle von besonderen Erfordernissen wie Erdbeben und Orkanen aus.
Der Prototyp wird in Kürze erstellt und ist ab Sommer 2016 im Areal der Nekropole zu besichtigen. Nach einer kurzen Test- und Optimierungsphase des Prototyps werden die zuständigen Aufsichtsbehörden das Startzeichen für die Errichtung weiterer Schutzdächer für stark beschädigte Grabbauten der Nekropole vor der Porta Nocera geben.

Grafische Simulation des Schutzdachprototyps für einen Grabbau an der Via Nucerina

Phoenix Pompeji unterstützt mit dieser Fördermaßnahme das Pompeii Sustainable Preservation Project, eine neue internationale Konservierungsinitiative für Pompeji unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) und des Lehrstuhls für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaften (TUM).
Weitere Informationen finden Sie auf dieser Website unter Partner und unter
www.pompeii-sustainable-preservation-project.org

Initiative Dächer für Pompeji
Verfall der Grabbauten der Nekropole vor der Porta Nocera stoppen!

Da es mit einem einzigen Dach nicht getan ist, wird der Verein Phoenix Pompeji, unterstützt durch die Mitarbeiter des Pompeii Sustainable Preservation Projects, versuchen, Drittmittel für weitere Dächer einzuwerben. Durch einige Mitglieder und Freunde des Vereins bestehen enge Kontakte zu Süditalien, deshalb werden wir bei unseren Fundraisingaktivitäten auch Italien mit einbeziehen.

Zurückgestelltes Projekt:
Aufstellung einer Marmorkopie der Statue des Politikers und Wohltäters Holconius Rufus an ursprünglicher Stelle vor den Stabianer Thermen in Pompeji

Durch die Aufstellung dieser Statue soll das Zentrum Pompejis am Schnittpunkt von Decumanus und Cardo Maximus, der Kreuzung der innerstädtischen Hauptstraßen, optisch belebt werden. Wir meinen, dass hierdurch eine historisch relevante, gestalterische Aufwertung der Ausgrabungsstätte gelänge.
Mit Hilfe der Lasertechnik müsste zunächst ein 3D-Modell der Statue gefertigt werden, das als Grundlage für die eigentliche Marmorkopie dient. Letztere wäre dann erdbebensicher am ursprünglichen Standort auf dem Sockel aufzustellen.
Die Kosten hierfür werden nach neuester Expertise auf mindestens 100.000 Euro eingeschätzt. Dies ist für unseren Verein auf absehbare Zeit aus eigenen Mitteln nicht finanzierbar. Sollte sich jedoch eine Stiftung oder Firma anbieten, diesen Betrag bereitzustellen, so könnte eine Realisierung gegebenenfalls in Angriff genommen werden.

 

© Museo Archeologico Nazionale di Napoli / Foto Dieter Mendle

 

Abgeschlossenes Förderprojekt:

Bereitstellung von Geldern zur Restaurierung der Marmorstatue des Kaisers Titus als Feldherr aus dem sogenannten Augusteum von Herculaneum

© Museo Archeologico Nazionale di Napoli / Foto Dieter Mendle

 

 

Die Kulturinitiative Phoenix Pompeji beteiligte sich an den Kosten für die Restaurierung der heute im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel befindlichen Statue des Kaisers Titus aus dem Augusteum von Herculaneum.

Unsere Partner

Zusammenarbeit mit dem Pompeii Sustainable Preservation Project

Seit Sommer 2015 unterstützt Phoenix Pompeji das Pompeii Sustainable Preservation Project:

 

Zielsetzungen des Pompeii Sustainable Preservation Projects (PSPP)

In dieser international ausgerichteten Konservierungsinitiative haben sich unter Führung des Fraunhofer Instituts für Bauphysik und des Lehrstuhls Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaften der Technischen Universität München (TUM) weltweit renommierte Forschungsinstitutionen zusammengeschlossen.
Ausbildung, Forschung und Restaurierung sind jene drei Säulen auf denen das Projekt steht: Sie garantieren eine dauerhafte Nachhaltigkeit der Konservierung Pompejis.
Das Projekt verfolgt konkret folgende Ziele:

  • Erforschung innovativer Methoden der Präventiven Konservierung zur Vorbeugung gegen weiteren Verfall
  • Entwicklung von Materialien, Strategien und Methoden, die für eine effiziente und nachhaltige Restaurierung antiker Stätten geeignet sind
  • Ausbildung von Restauratoren und Nachwuchswissenschaftlern als Beitrag zum Erhalt des Weltkulturerbes
  • Entwurf von neuen Konzepten für Schutzbauten und deren ruinen- und besuchergerechte Aufstellung
  • Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für den Erhalt des Weltkulturerbes und seinen vielfältigen Wert für unsere Gegenwart und Zukunft zu schärfen
  • die Nekropole vor der Porta Nocera in Pompeji unter Einsatz modernster, adäquater Methoden zu konservieren und gegen weiteren Verfall zu schützen

Weitere Informationen zum Pompeii Sustainable Preservation Project finden Sie unter:
www.pompeii-sustainable-preservation-project.org

Phoenix Pompeji sieht in diesem innovativen und vielschichtigen Ansatz die ideale Voraussetzung antike Stätten zu erhalten und möchte deshalb das Projekt umfassend unterstützen.
Mit Herrn Prof. Erwin Emmerling und seinen Mitarbeitern (Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaften der Technischen Universität München) haben wir die Initiative „Dächer für Pompeji“ ins Leben gerufen. Wir möchten mit dieser Aktion Gelder zusammentragen, um möglichst viele Grabbauten der Nekropole vor der Porta Nocera dauerhaft vor Niederschlägen zu schützen (siehe auch Projekte).

Folgende Institutionen unterstützen die Initiative „Dächer für Pompeji“:

Partner-Name

Partner-Name

Mitglied des Vereins werden!
Wen wir suchen

Wir suchen für Pompeji begeisterte neue Förderer, die sich mit kleineren oder größeren finanziellen Beiträgen für den Erhalt der Vesuvstätten einsetzen, besonders aber Mitglieder, die auch bereit sind, den Vorstand bei der Vereinsarbeit aktiv zu unterstützen. Diese Mithilfe ist vielfältig angelegt und reicht von praktischen Zuarbeiten bis hin zu organisatorischen Tätigkeiten, zum Beispiel bei der Durchführung von Werbe- und Fundraising-Aktionen..

SPENDEN AUCH SIE!

Mitgliedsbeiträge und Bankanschrift

Sie können Ihren Mitgliedsbeitrag selbst festlegen.

Die jährlichen Mindestmitgliedsbeiträge haben wir folgendermaßen festgelegt:

Der jährliche Mindestbeitrag beträgt für:
Erwerbstätige 30 Euro
Studenten, Arbeitssuchende und Senioren 15 Euro
Paare 45 Euro
Firmen 150 Euro
Unser Dank an die Mitglieder:

 

Um unseren bürokratischen Aufwand zu beschränken bitten wir um die Erteilung eines Mandats zum Lastschrifteinzug.

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Beitrittserklaerung

 

 

Auch über einmalige Spenden würden wir uns freuen!

Unsere Bankanschrift lautet:

Phoenix Pompeji e.V.
Deutsche Bank München
IBAN DE07 7007 0024 0191 0793 00
BIC DEUTDEDBMUC

News

Aktuelle Neuigkeiten zum Pompeji Sustainable Preservation Project und zur Kulturinitiative  Phoenix Pompeji e.V.

Dächer für Pompeji gestartet – siehe Projekte!

April, 2016|Kommentare deaktiviert für Dächer für Pompeji gestartet – siehe Projekte!

Impressionen und Bilder

Aktivitäten

Vereinsaktivitäten

Der Verein bietet seinen Mitgliedern freien Eintritt zu seinen Vorträgen und Informationsveranstaltungen. Zudem organisieren wir Exkursionen nach Pompeji und Herculaneum, zu thematisch nahen Ausstellungen, zu anderen, archäologisch interessanten Orten, sowie zu Stätten der Pompeji-Rezeption in Deutschland.

 

Zurückliegende Highlights aus unserem Veranstaltungskalender

13.3.2016,  Antikensammlungen München,  Anlässlich der Jahresversammlung von Phoenix Pompeji 2016 Führung durch die Ausstellung: „Etrusker – Von Villanova bis Rom“ durch Herrn Dr. Thomas Golda

19.2.2016, Technische Universität München
Pompeji- Schutz und Bewahrung eines Archäologischen Welterbes

Eine Veranstaltung des Pompeii Sustainable Preservation Project und der Kulturinitiative Phoenix Pompeji e.V. in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinistitut München sowie dem Forum Italia e.V.